Bildungsreisen:
Südfrankreich - politische Auswirkungen des Albigenserkrieges
Für Engels war es die "Spitze der kulturellen Entwicklung Europas", die im 13. Jh. mit den Truppen des Nordens, eingesetzt im grausamen Kreuzzug gegen die religiöse "Sekte" der Katharer, hier niedergemetzelt wurde, für Lévy-Strauss hat "damals das Abendland seine Chance verloren, Frau zu bleiben."
Begeben wir uns an ausgewählte Orte wie Béziers, Minerve, Carcassonne, Montségur, Quéribus ... auf Spurensuche! Quellen und mündliche Überlieferung bringen uns die dramatischen Ereignisse, aber auch das Alltagsleben dieser Zeit nahe, wir stossen auf ein verblüffend hohes politisches Selbstbewusstsein von Frauen und Männern unterschiedlichster Schichten, eine andere Seite des düsteren, brutalen Mittelalters! Tatsächlich liess die ökonomisch-gesellschaftlich starke Position der Frau im Süden kein Geschlechterverhältnis begründet auf dem Recht des Stärkeren zu. Die u.a. damit verbundene Veränderung des Triebhaushaltes verbannte das Ideal des Kriegers und setzte das des "zivilisierten Menschen", der sich mit Minnelyrik, Rechtsfragen und religiös-philosophischen Themen auseinandersetzt. Diese offene Troubadourgesellschaft zog unorthodoxe religiöse Gruppen an, wie die Katharer. Der Kreuzzug gegen sie schlug in einen Kolonialkrieg um und endete mit einem gewaltigen Schub der Bodenakkumulation des nordfranzösischen Königshauses. Mit dem polizeistaatlichen Instrument der Inquisition wurden die Katharer ausgerottet und die Diskussionsfreudigkeit im Klima der Angst erstickt! Und doch entwickelte sich im Kampf unzähliger Frauen und Männer gegen die Vernichtungsmaschinerie so etwas wie eine "Kultur des Widerstandes"!
In dieser Tradition sah sich die Regionalismusbewegung der 70er Jahre.
Was ist aus ihrer Idee des "Europas der Regionen" geworden?
Welchen Stellenwert hat sie in der aktuellen Diskussion?
In dem von der Geschichte zur Gegenwart gespannten Bogen werden leitmotivisch folgende Fragen problematisiert:
- Funktion der kollektiven Identität
- Was ist Toleranz, und welche Ängste stehen ihr entgegen?
- Bedingungen nationaler/regionaler Prägung
- Die Rolle der Frau im Prozess der Zivilisation
Auf den Spuren der Hugenotten in den Cevennen
eine Spurenlese, die ausgehend von den konkreten Schicksalen der Hugenotten, was sie bewegte und was sie bewegten, zu einer überraschenden Relektüre unseres heutigen Europas der modernen Nationalstaaten in der westlichen Welt führt!
Besondere Aufmerksamkeit schenken wir den 1702 beginnnenden Kamisardenaufstand, auch Cevennenkrieg genannt, der in der Folge der Aufhebung des Toleranzediktes von Nantes das letzte grosse Aufbegehren der Hugenotten darstellt. Auf den ersten Blick einer der vielen religiös motivierten Aufstände der Bauern und kleinen Handwerkern, hat er doch, wie keine andere Volksbewegung in Frankreich - die Französische Revolution und die Pariser Kommune ausgenommen - von der damaligen Monatspresse an bis heute die Gemüter und Druckerpressen am Laufen gehalten. Bei dem Bemühen, die nun über 3 Jahrhunderte andauernde Faszination dieses Krieges aus seiner Orginalität zu erklären, finden wir uns mitten in den aktuellen Debatten der politischen Philosophie wieder, wie das Spannungsverhältnis Individuum - "Cité" (Gesellschaft) - Markt! Berichte ihrer Nachfahren, ihre Briefe und Schriften lassen uns erahnen, wie die Hugenotten ihre Zeit, die des Zusammenbruchs des mittelalterlichen Weltbildes, erlebten, sie, die die europäische Macht Rom und die sakrale Komponente der weltlichen Macht anknacksten und mit ihrer Aufwertung von Volkssprachen wegweisend für den modernen Nationalstaat wurden, dessen Rollewir heute wieder neu definieren müssen! Und wie steht diese Region der Cevennen zu ihrem Nationalstaat? Der Mythos der Cevennen - Ende der 60er Jahre das gelobte Land der Aussteiger, heute in jedem besseren Reiseführer als "terre de résistance par excellence" gepriesen, Bilder deutscher Antifaschisten, in den Cevennen versteckt von den Nachfahren der Hugenotten, die den Siegeszug der Libération in Nîmes 1944 mit anführen, lassen uns neugierig fragen, was ist an ihm dran?
Programm
An den hiesigen Hochburgen des Protestantismus (Ganges, Le Vigan, Anduze) gehen wir seiner Geschichte nach mit Akzent auf seine Funktion in der europäischen Staatenbildung. Danach begeben wir uns an die Stätten des Cevennenkrieges und seiner Repression (Barre des Cévennes, Aiggoual, Aigues Mortes)
SchwerpunktmässigeThemen:
- Vom Volkskrieg fûr Glaubenfreiheit zu revolutionären Umwälzungen
- Von religiös begründeter Staatssouveränität zum Individuum und zur Volkssouveränität
- Geschichte politischer Bewegungen mit ihrer regionalen Prägung am Beispiel der Cevennen:
- Kamisarden - Résistance 1942 - 1944 in den Cevennen - alternative Bewegung heute
- Die problematische Rolle der Frau im Protestantismus und in der bürgerlichen Gesellschaft
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Sprachkurse
Der Sprachunterricht findet in Lerngruppen von etwa 3 - 6 Sprachschülern statt. Wir bieten 3 - 4 Niveaus an.
Gemeinsam für alle Stufen gilt:
Mündlicher und schriftlicher Ausdruck, Hör- und Textverständnisverständnis werden trainiert in einem lebendigen an Methodenwechsel reichem Programm, wobei der Schwerpunkt auf der Kommunikation in realen Situationen liegt. Die kleinen Gruppen erlauben, auf die Bedürfnisse der Einzelnen gezielt einzugehen.
Anfänger bekommen ein grammatikalisches und syntaktisches Rüstzeug mit, auf dem sie weiter aufbauen können. Den elementaren Alltagssituationen sind Sie nach dem Kurs voll gewachsen, typische Wendungen sind auf spielerische Weise automatisiert worden, und sogar einfache Texte und Gedichte können Sie nun verstehen und sich aneignen.
Eine ausgewogene Mischung der Sprachlernmethoden ermöglicht den Mittleren ihre Kenntnisse auf allen Ebenen zu festigen und zu erweitern: Strategien helfen dem globalen Hörverständnis, Chansons und Gedichte üben Phonetik und Satzmelodie ein, Rollenspiel, Minidebatten, Kommentarübungen ebnen den Weg zum freien Ausdruck, linguistische Spiele vergrößern das Vokabular und humorvolle Strukturübungen die grammatische Flexibilität.
Themen des Lebens, - Arbeit, Familie, Bildung, Politik - bilden den roten Faden des Kurses der Fortgeschrittenen. Schriftliche und mündliche Dokumente sind Ausgangspunkt für die anschließenden Diskussionen und Erfahrungsberichte, grammatikalische Fragen werden dabei implizit aufgenommen und vertieft, Vorbereitungen der Exkursionen und die Behandlung eines Tagesereignis schließen jeden Unterrichtsblock.
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